
Durch das Abtrennen der Hörner nehmen die Aufzuchtbetriebe den Rindern (frz. "vaches") jegliche Persönlichkeit sowie den letzten Rest an Verteidigungsbereitschaft, sodass die Tiere zu Fleischtöpfen und Milchtüten auf vier Hufen gemacht werden. Indem ich die abgesägten Hörner vom Boden aufsammle und in spöttischer Weise auf Milchtüten ("Tetra"-Packs) befestige, hoffe ich, den Besuchern meiner Ausstellungen bewusst zu machen, dass das Schicksal, welches das Vieh erleidet, früher oder später auch dem Menschen widerfahren könnte, sofern das nicht bereits der Fall ist. Die braven Leut' gewöhnen sich jeden Tag ein bisschen mehr daran, dass ihnen "die Hörner gestutzt" werden und bemerken dies schließlich gar nicht mehr. Aber eines Tages werden die Hörner ganz verschwunden sein, und dann ist es zu spät! Die "multinationalen Aufzuchtbetriebe" hätten ihr Ziel erreicht: Uns zu wehrlosen Rindviechern zu machen.
Am Anfang war eigentlich alles nur ein Spaß... Ein Galeriebetreiber, den ich bei den Abbauarbeiten einer Ausstellung getroffen haben, hat mir die Wette angeboten, dass ich es nicht schaffen würde, für die Ausstellung, die er nächste Woche eröffnen wolle, ein Poya-Thema zu beschaffen… Ich habe die Herausforderung angenommen und ihm geantwortet, dass er sicher sehr verblüfft sein würde von dem Werk, das ich ihm mitbringen würde.. Er hat meine Hand eingeschlagen und gesagt: "Die Wette gilt!", woraufhin ich mich an die Arbeit gemacht habe.
Aufgrund des dieses Druckes, der auf mir lastete, ist mir die Idee beinahe sofort gekommen, und eine Woche später stand ich mit dem Werk vor seiner Tür... So entstand die erste Tetra-Poya von DelaPerouze ...............
Ich habe mit der Malerei angefangen, zuerst auf Motorrädern, zur Verzierung von Modellen der Marke Harley-Davidson. Nachdem ich dies ungefähr 15 Jahre lang getan habe und es schließlich mein Beruf geworden ist, dachte ich mir, es wäre an der Zeit, mich neuen Techniken und Themen zu öffnen, um nicht nur Motorradfahrer anzusprechen.....außerdem ich mit meiner Kunst auch andere Dinge herüberbringen... Das sehr schwierig, oder sogar unmöglich gewesen, wenn ich mich auf Auftragsarbeiten insbesondere auf Motorrädern oder anderen individuellen Fahrzeugen beschränkt hätte. Dank der Wette, von der ich eben erzählt habe, bin ich aus dieser Art Ghetto der schweren Maschinen herausgekommen, obgleich meine Arbeit dort Anerkennung fand und mir den Lebensunterhalt sicherte…
Da mein erstes Werk ja bereits ausstellungsreif war, als ich noch dabei war, es zu erschaffen, habe Lust bekommen, mir dieses Thema als neues Arbeitsgebiet zu erschließen. Diese Lust ist recht schnell zu einem Bedürfnis geworden, denn über die Tetra-Poyas hatte ich Zugang zu einer ganz neuen Welt bekommen... Einer Welt, in der ich ganz nach Belieben Geschichten erzählen konnte... Meine Geschichten…
Später kam die Bildhauerei dazu, über die ich eine dritte Dimension kennengelernt habe, der ich mich seither kaum jemals mehr habe entziehen können. Für einen Künstler wie mich ist eine solche neue Ausdrucksform sehr beeindruckend, ganz gleich ob es sich nun um "Tétra-Vaches" oder andere Werke handelt.
Die Airbrush-Technik ist im Bereich des Automobil-Designs sehr verbreitet, weshalb es für mich ganz selbstverständlich erschien, dieses wunderbare Gerät auch für andere Zwecke einzusetzen... Ich verwende es bei meiner künstlicheren Tätigkeit nicht, weil es mir unentbehrlich geworden wäre, sondern weil es mich für eine Verlängerung meiner Hand darstellt… Das ist beim Pinsel oder Zeichenstift nicht in gleichem Ausmaß der Fall.
Ich versuche allerdings immer öfter, mal auf den Airbrush zu verzichten, um eben diese "echten" Malerwerkzeuge mehr zum Zuge kommen zu lassen. Es stimmt nämlich, dass sein Einsatz viel technisches Geschick sowie allerlei Gerätschaften erfordert, was den Maler beim Arbeiten auch bremsen kann. Zum Beispiel denke ich daran, dass es oft sehr zeitaufwändig ist, die Teile, die man nicht besprühen will, abzudecken, und das kann schon in gewissem Sinn das "Genie" in seinem Schaffensdrang "abwürgen".
Ich glaube, ich war erst einmal begeistert, als Monseigneur Guénat, der Direktor des Hotels "Les Nations" an mich gedacht hat, um sein Gebäude zu verschönern... ich habe nämlich nicht viel Sinn für die "schwere Verantwortung" die solch ein Auftrag nach sich zieht (Sie wissen schon, Künstler werden nie erwachsen). Und wenn man einmal mitten in der Arbeit steckt, kommt man auch nicht ins Grübeln... Ich kann nur sagen, dass... wir beide ein bisschen verrückt sind... Er, weil er mit Vertrauen schenkt und ich, weil ich JA gesagt habe!
MAber, pssst!….Das darf er nicht wissen… Er glaubt felsenfest, dass ich meiner Sache sicher bin und nur das zählt... Nicht wahr? Jetzt liegt es an mir, ihn nicht enttäuschen...
Am 6. Oktober ist die feierliche Enthüllung anberaumt, es gibt kein Zurück mehr… Und…. es wird ein Meisterwerk werden! Was auch sonst?
Es ist immer sehr schwierig, die genaue Zahl an Arbeitsstunden für ein solches Werk anzugeben… Insbesondere für einen Künstler, dessen Arbeit ihrem Wesen nach gar nicht in Stunden zu bemessen ist. Da ich bereits andere Werke geschaffen habe, die ähnlicher Natur aber deutlich weniger umfangreich sind, habe ich die dafür benötigte Arbeitszeit als Grundlage für einen ersten Kostenvoranschlag genommen, wobei mir ein befreundeter Kunsthändler mit gutem Rat zur Seite stand. Die Zusammenarbeit mit Philippe (Guénat) beruhte von Anfang an auf gegenseitigem Vertrauen, und das hat sich seit dem Planungsstadium nicht geändert… Es gibt nur eine verbindliche Vorgabe, und das sollten sich auch alle anderen im Terminkalender vermerken... Den 6. Oktober, das Datum der Enthüllung!
Ein Künstler hat immer eine Vielzahl von Werken im Hinterkopf, das ist ganz typisch. Einige davon werden schneller verwirklicht als andere, über manche stolpert er auch ohne Vorwarnung, wie im vorliegenden Fall... Dann muss der Arbeitsrhythmus angepasst oder bestimmte Ideen aufgeschoben werden, wobei im besten Fall auch wiederum eine Handvoll neuer Projekte ersonnen werden.
Zur Zeit kreisen meine Gedanken zu sehr um die Poya für "Les Nations", als dass ich weitere Projekte entwerfen könnte, die extravagant genug wären, um mit demjenigen, um das es hier geht, zu rivalisieren. Allerdings brüte ich jetzt schon seit beinahe zwei Jahren an der Idee, die Umgebung des Schlosses "Château de Gruyères" mit einer lebensgroßen Herde von "Tetra-Vaches" zu bevölkern.
Der Schlossdirektor ist von der Idee recht angetan!
SPONSOREN WILLKOMMEN!
http://www.delaperouze.ch Die Internetseite von DeLaPerouz
http://www.sarah.ch/ Die Internetseite von Sara. H
It looks like you don't have flash player 6 installed. Click here to go to Macromedia download page.
Hôtel-les-Nations
Rue du Grand-Pré 62
1202 Genève - Suisse
Tel. +41 22 748 08 08
Fax: +41 22 734 38 84
E-mail: nations(at)fhotels.ch
