
Was ist eine Poya?
Eine Poya ist eine bildliche Darstellung naiver und folkloristischer Art, die den Almauftrieb zum Thema hat, das heißt, den Umzug, bei welchem die Rinderherde zu Beginn der warmen Jahreszeit zum Weiden auf die Almen geführt werden. Gemäß der Tradition wird eine Poya auf Holz gemalt. Diese Art von Gemälde ist typisch für die Schweiz und kann in unserem Land recht häufig bewundert werden.
Daher habe ich im Jahre 2005 die Idee gehabt, eine Poya auf die innenliegende Fassade des Hotels malen zu lassen. Und zwar eine sehr große Poya, die den gesamten verfügbaren Raum einnimmt. Da eine Poya solchen Ausmaßes so groß wäre, um auf einen Streich gemalt zu werden, sollte sie aus Fresken entstehen, die auf der Mauer zu einem Gesamtwerk zusammengesetzt würden. Auf einer Breite von 25 Metern wird das Werk die 7 Stockwerke des Hotels einnehmen und sich also über eine Gesamthöhe von ebenfalls 25 Metern erstrecken. Dieses Gemälde wird die größte Poya der Welt sein, was Sie selbstverständlich im Guinnessbuch nachlesen werden können.
http://poya2000.ch/Internetseite über Poyas.
Die Poya des Hotels "Les Nations"
Ich habe dieses riesenhafte Werk bei dem Künstler DeLaPerouze in Auftrag gegeben, einem 1964 geborenen Schweizer Autodidakten, der als Maler und Bildhauer tätig ist. Ein anderes Werk aus seiner Hand war bereits Teil des Kunstschatzes des Hotels: Die "Tétra-Poya". Mit seiner Ehefrau Sara. H, die ebenfalls Bildhauerin ist, hat er zwei Kinder, die der Musik sehr zugeneigt sind. Der älteste Sohn spielt Klavier und komponiert auch, und der jüngere spielt Geige. Die Familie wohnt in Yverdon-les-bains im Schweizer Kanton Waadt.
Sein Werk drückt eine große Verbundenheit mit der Schweizer Kultur aus, wobei er sowohl in der Malerei als auch in der Bildhauerei verschiedene Tiere unserer Bauernhöfe wie etwa Kühe oder Schweine in Szene setzt. Allerdings mit vielen modernen Einflüssen und technischen Neuerungen: Statt mit dem Pinsel werden die Gemälde mittels der Airbrush-Technik erstellt, und die Personen und Hintergründe sind in abstrakter Form dargestellt, nämlich als geometrische Formen wie etwa Kugeln, Kegel, Zylinder und Quader. Die Airbrush-Technik findet bei sämtlichen seiner Gemälde Anwendung.
Seine Skulpturen stellen Kühe in der Bedeutung dar, die sie in der heutigen Gesellschaft haben: als Milchtüten mit Hörnern. In seinen Plastiken, vor allem aber in seinen Gemälden, spielt er gern mit geometrischen Formen, das heißt, dass Kühe, Kälber und andere Tiere mal als Quader und mal als rollende Kugeln dargestellt sind.
Das Werk am Hotel wird am 6. Oktober 2006 enthüllt werden. Die Feierlichkeiten beginnen mit dem Aufzug einer Rinderherde, die Herrn Chevalley vom Bauernhof "Loëx" gehört. Für die musikalische Untermalung sorgen die Klänge von Kuhglocken (von Menschen geläutet) sowie von einer Alphornbläser-Gruppe. Wir hoffen, dass auch der Verein für Berner Sennenhunde aus Pregny-Chambesy teilnehmen wird.
Es werden Weine aus den Anbaugebieten rund um Genf ausgeschenkt, welche für ihre ausgezeichnete Qualität geschätzt werden. Für das leibliche Wohl sorgt Yvan Thurler, Chefkoch und Eigentümer des Restaurants "L'entrecôte couronnée" im Genfer Pâquis-Viertel. Er war früher Mannschaftskapitän der Schweizer Profiköche und zudem Bundesrichter für den Schweizer Nationalsport Schwingen.
In einer Sonderausstellung werden Poyas aus dem Greyerzer Poya-Museum gezeigt. Es sei darauf hingewiesen, dass hiermit das Museum zum ersten Mal eine Leihgabe macht, die nicht an ein anderes Museum geht.
Herr Marc Müller, Staatsrat des Kanton und der Republik Genf sowie ich selbst werden uns das Vergnügen nicht nehmen lassen, anlässlich dieses ganz besonderen Tages eine Rede zu halten.
Die Entstehung der Poya
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Hotelfassade vor
Beginn der Arteiten
Die innenliegende Fassade im Januar, also vor Beginn der Arbeiten:
August: Das Gemälde ist im Entstehen begriffen. Es sei darauf hingewiesen, dass er Künstler eine aufgrund der Lichtreflexion der Sonnenstrahlen an der weißen Wandfläche einer Hornhautverbrennung erlitten hat. Glücklicherweise handelt es sich nur um eine leichte Schädigung, und DeLaPerouze konnte nach einiger Tage Erholung die Arbeit fortsetzen.
September: Die Arbeiten kommen gut voran, die "Tetra-vaches" sind bereits vorgezeichnet und ausgemalt worden. Nun sind die höheren Stockwerke an der Reihe. Das Werk nimmt schon jetzt beeindruckende Ausmaße an!
Die Poya ist fertig und die Enthüllung fand im Oktober statt. Alles ist zur vollsten Zufriedenheit abgelaufen.
